Von Kreativität zu Innovation mit Design-Thinking

Innovation als Erfolgsfaktor

„Nicht die Großen besiegen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.“

 

Immer wieder das inspirierende Neue zu (er)finden ist oftmals entscheidend für Erfolg: Das völlig Neue, oder das „gewisse Etwas“, das das eigene Produkt/ die Dienstleistung von den anderen abhebt. Dabei endet der Versuch der Innovation oft damit, Ideen zu einem Problem zu finden, von denen wir bereits wissen, dass sie funktionieren. Das ist aber weniger Innovation, sondern vielmehr lediglich eine Kopie. Bestenfalls eine Weiterentwicklung.

Es geht darum, wirklich neue Wege zu beschreiten. Anders zu denken als bisher. Aus dem Gewohnten auszubrechen.

Wunderbare Idee, aber in der Praxis oft so schwer umzusetzen: Zeitdruck, Beschäftigung mit immer Demselben, eigene Glaubenssätze und unsere persönliche begrenzte Expertise sind das uns ständig begleitende Set an Möglichkeiten. Kein Wunder, dass es hier schwierig ist, mal ernsthaft geistig auszubrechen.

Teamarbeit ist gefragt. Die Erweiterungen des Einzelnen um viele, das Anzapfen der „Wir-Intelligenz“ – neue, überraschende Formen der kreativen Zusammenarbeit. Innovation ist ein sozialer Akt!

Die gute Idee, die Kreativität des Einzelnen muss erst kommuniziert, von anderen gesehen, aufgenommen und weiter entwickelt werden. So wird sie zur Innovation.

Aufgabenstellungen, die in einer Gruppe gelöst werden sollen, brauchen neben einzelnen Techniken komplette Prozesse.

Ein solcher Prozess ist „Design Thinking“: Jahrzehnte lang als Methode in der täglichen Arbeit von Designern angewandt – nun zur Methode gemacht, um Teams von der Kreativität in die Innovation zu führen.

 

Design-Thinking als Turbo für Innovationen

In der schrittweisen Annäherung, entsteht das – mitunter verblüffend – Neue.

In einem strukturierten Prozess werden nicht nur gängige Fallen bei der Entwicklung von Innovation vermieden. Design-Thinking sorgt vor allem für das richtige Mindset, um mit neuen Ideen erfolgreich zu werden. Gewohnte – aber wenig förderliche – Begrenzungen werden durch die interdisziplinäre kreative Zusammenarbeit aufgelöst. Es entstehen schneller Rohkonzepte und einfache Prototypen, die den Fokus auf nutzernahe Lösungen richten.

Das Team: Vielfältig, bunt, multidisziplinär!

Bereits bei der Zusammenstellung des Teams gilt es, Dinge ein wenig anders zu machen, als Sie es vielleicht bisher gewohnt waren.

Ein fachlich bunt gemischtes Team ist für eine effektive Problemlösung sehr hilfreich: Statt ständig in der eigenen Gedanken-Suppe zu löffeln, holt man sich vielfältige Kompetenzen ins Boot: Experten, Kunden, Anwender – und solche, die vermeintlich mit der Sache gar nichts zu tun haben. Erfahrene Insider und blutjunge Neulinge. Unterschiedliche Berufe, Herkünfte und Kulturen. Andere Welten, andere Denkweisen – andere Herangehensweisen an die Problemlösung!

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Albert Einstein

 

So gelingt der Blick über den Tellerrand. Wenn viel Verschiedenes zusammen kommt, kann leichter etwas Neues entstehen. Die Vielfalt belebt die Gruppe und soll sie im kreativen Prozess in einen kollektiven Flow-Zustand versetzen – ihre schöpferische Leidenschaft entfachen.

Der Ort: Ein Platz, an dem Gedanken fliegen lernen.

Auch der Raum bestimmt die Atmosphäre der Zusammenarbeit. Wo der Spirit der Veränderung schon in der Luft liegt, können Rationalität und  Emotionalität miteinander in konstruktiven Austausch kommen.

Ideen entfalten sich am Besten in einer freien, flexiblen Arbeitsumgebung: Räume, die sich spontan auf die Bedürfnisse des jeweiligen Projekts anpassen lassen, ein Potpourri an vielfältigen, bunten Möglichkeiten, mit denen sich Ideen schnell veranschaulichen und erlebbar machen lassen.

Der Prozess: 6 Stufen zur Innovation

Der sechsstufige Design-Thinking-Prozess bietet eine ausgewogene Balance zwischen kreativen und analytischen Verfahren, mit denen Sie im Lösungsraum navigieren. Am Ende steht in jedem Fall ein Erfolg: Entweder ein erfolgreich getesteter Prototyp, den Sie in Ihr Unternehmen übersetzen können, oder ein schnelles Scheitern, das Ihnen viele Umwege erspart. Aber nun der Reihe nach.

Verstehen

Hier wird nicht gleich nach Lösungen gesucht, sondern zuerst dem Problem konkret auf den Grund gegangen. Das Projekt-Briefing klärt die Situation und die Gegebenheiten, das Team wird auf einen gemeinsamen Wissensstand gebracht.

Beobachten – Bedürfnisse völlig neu erkennen.

Einmal wieder Kind sein und völlig unvoreingenommen wahrnehmen – das beschreibt in etwa diese Stufe des Design-Thinking-Prozesses.

Anstatt wie bisher Kundenbedürfnisse nur zu erahnen, erwerben wir ein tieferes Verständnis. Wir führen Interviews mit Kunden, beobachten sie bei ihrer Kontaktaufnahme mit dem Produkt oder bei seiner Anwendung. Vielleicht haben wir sogar Kunden im Team, die von ihrer User-Experience erzählen, die ihre Wünsche an das Produkt oder die Dienstleistung unmittelbar äußern.

Mit empathischer Beobachtung werden wir zu Experten für Bedürfnisse, die dem Nutzer mitunter gar nicht bewusst sind. Unvoreingenommen und offen arbeiten wir uns an den Kern der Kundenbedürfnisse heran – und lassen uns vom Kunden inspirieren.

„Befassen Sie sich intensiver mit den Kunden, und sie werden überraschend einfache Lösungen finden.“

 

Fokussieren

Aus all diesen Beobachtungen kristallisiert sich der „Point of View“: Das ist der Knackpunkt, wie die Frage für die Ideenfindung zu stellen ist. Diese Phase des Prozesses ist das Sprungbrett für die anschließenden kreativen Ideen.

Denn durch die vorangegangenen Beobachtungen kann sich durchaus die anfängliche Ausgangs-Frage noch einmal verändert haben. Sie wird neu formuliert, um den Fokus neu zu setzen und zielgerichtet in die Ideenfindung gehen zu können.

Am Ende dieser Synthese weiß das Design-Thinking-Team, was es Erreichen will.

Ideenfindung

Design Thinking verbindet extreme Ergebnisorientierung mit voller Ergebnisoffenheit.
Wir arbeiten mit einer absolut offenen Fehlerkultur, denken Unmöglichkeiten und gehen mitunter unkonventionelle Wege.
Wir nutzen Kreativtechniken, um divergentes Denken zu ermöglichen. Das erlaubt uns, viele Ideen zu entwickeln (mögliche wie auch unmögliche).

„Alles, von dem sich ein Mensch eine Vorstellung machen kann, ist machbar.“ Wernher von Braun

 

Mit konvergentem Denken finden wir schließlich unsere Präferenz und finden die beste Lösung.
Das Schöne an Design-Thinking ist, dass es sowohl das analytische wie auch das kreative Denken fordert und fördert.

„Problems can be complicated – solutions not.“

 

Prototyping

Die Idee in einer physische Form: Mit einfachen Mitteln wird ein Prototyp gebaut. Auch eine Dienstleistung kann auf diese Weise abgebildet werden, sei es als ein Storyboard, ein Objekt, ein Rollenspiel, …

Test

Der Prototyp wird schließlich auf Herz und Nieren auf seine Tauglichkeit geprüft, um letztlich entweder verworfen oder weiter entwickelt zu werden. Die Maxime lautet: „Fail early and often.“ Versuch und Irrtum zulassen. Scheitern als ein mögliches Ergebnis eines Prozesses. So spart man sich viele Umwege.

Und bei überstandenen Tests erfolgt der Transfer ins eigene Unternehmen, denn:

„Realisieren ist die Kunst der Könner.“

 

 

Autorin: Doris Pennetzdorfer